KJug 3-2018_Titelblatt

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Die Diskussion um die sog. »Große Lösung«, d.h. die Zusammenführung der Leistungen für alle Kinder und Jugendlichen unter dem Dach des SGB VIII, zieht sich mittlerweile über mehrere Jahre hin, und ein Ende ist noch nicht in Sicht. Hoffnung macht aber der Hinweis im aktuellen Koalitionsvertrag, dass das Kinder- und Jugendhilferecht auf der Basis des in der letzten Legislaturperiode beschlossenen Kinder- und Jugendstärkungsgesetzes weiterentwickelt werden soll.
Im Rahmen der fachlichen Auseinandersetzung, stellt sich auch im Kinder- und Jugendschutz die Frage nach einer möglichen Neuorientierung. In den Beiträgen werden inklusive Ansätze in einzelnen Handlungsfeldern des Kinder- und Jugendschutzes vorgestellt. Die Settings Schule, erzieherische Hilfen, sowie der Kinder- und Jugendschutz mit Blick auf den Umgang mit Medien, Suchtgefahren und sexualisierter Gewalt werden thematisiert.

 

Aus dem Inhalt:

KJug 3/2018: Marion Felder, Katrin Schneiders: Inklusion: Kindeswohl oder Kindeswohlgefährdung?

Am 3. Mai 2008 ist die Behindertenrechtskonvention (BRK) der Vereinten Nationen in Kraft getreten. Sie enthält eine Vielzahl spezieller Regelungen, die auf die Lebenssituation behinderter Menschen abgestimmt sind. Neben Fragen der allgemeinen Teilhabe wird insbesondere die Umsetzung des Art. 24 BRK »Bildung« in Deutschland kontrovers diskutiert. Nach einigen zentralen Daten zur Zahl, Struktur und Lebenssituation von Kindern mit Behinderung steht die Diskussion der Frage der Auswirkungen des gemeinsamen Unterrichts auf die Bildung(schancen) von Kindern mit Behinderung, aber auch auf Kinder ohne Behinderung im Mittelpunkt.

KJug 3/2018: Norbert Struck: Zuständigkeit der Kinder- und Jugendhilfe für alle Eingliederungshilfen an junge Menschen? Eine Zwischenbilanz

Im Fokus der Ausführungen stehen die Herausforderungen an die Kinder- und Jugendhilfe, die Eingliederungshilfen für alle jungen Menschen ins SGB VIII zu integrieren. Dabei werden die zentralen Hemmnisse, die bei der Entwicklung eines inklusiv ausgelegten SGB VIII auftreten benannt.

KJug 3/2018: Petra Straubinger: Schutz vor sexuellem Missbrauch für ALLE Kinder und Jugendliche – Inklusive Schutzkonzepte Step by Step

Über Schutzkonzepte kann Prävention von sexuellem Missbrauch in Institutionen und Einrichtungen nachhaltig – und für Kinder und Jugendliche positiv spürbar – gestaltet werden. Was beachtet werden muss, damit diese Schutzkonzepte inklusiv werden und warum Schutzkonzepte – nicht zuletzt in inklusiven Einrichtungen – so wichtig sind und worauf es bei der Umsetzung ankommt, wird konkret ausgeführt.

KJug 3/2018: Christine Ketzer: Nimm! Das Netzwerk Inklusion mit Medien aus NRW

Inklusive Medienbildung – das bedeutet Teilhabe für alle! Das Netzwerk Inklusion mit Medien NRW (Nimm!) bietet Unterstützung und Materialien, um allen Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, bei medienpädagogischen Projekten mitzumachen.

KJug 3/2018: Frank Schulte-Derne: Selektive Suchtprävention bei Menschen mit einer Intelligenzminderung. Das Programm »Sag Nein!« für Förderschulen

Die Koordinationsstelle Sucht des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL-KS) hat das Suchtpräventionsprogramm »Sag Nein!« für Förderschulen mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung erarbeitet. Im Beitrag wird auf die Prävalenz des problematischen Suchtmittelkonsums bei Menschen mit einer Intelligenzminderung eingegangen. Anschließend werden Ziele, Strukturen und der Ablauf des Programms »Sag Nein!« beschrieben. Betont wird die Kooperation zwischen Sucht- und Behindertenhilfe bei der Entwicklung des niedrigschwelligen Angebots.

KJug 3/2018: Una M. Röhr-Sendlmeier / Karine Gabrysch / Madeleine Bregulla: Einstellungen zu Erziehung und Partnerschaft – ein Zeitwandel von 2009 bis 2017

Eine gleichberechtigte Erziehung unterstützt Kinder in der Entwicklung ihrer individuellen Fähigkeiten und Interessen. Eltern, die eine gleichberechtigte Partnerschaft leben, sind meist zufriedener und praktizieren einen Erziehungsstil, der die sozial-emotionale Entwicklung ihrer Kinder begünstigt. Vor dem Hintergrund der öffentlichen Diskussion um die Erwerbstätigkeit von Müttern und die Beteiligung an Erziehungsaufgaben von Vätern werden Ergebnisse einer Studie der Universität Bonn vorgestellt, die der Frage nachgegangen ist, ob und wie sich die Geschlechterrollenkonzepte im vergangenen Jahrzehnt verändert haben.

KJug 3/2018: Theresa Katranitz: Partizipation von Jugendlichen am Beispiel kommunaler Jugendbeteiligung in Baden-Württemberg unter besonderer Berücksichtigung der Stadt Friedrichshafen

Der Beitrag aus der Rubrik »Aus der Hochschule« geht der Frage nach, welche Faktoren eine Beteiligung von Jugendlichen auf kommunaler Ebene begünstigen. Jugendbeteiligung wird in diesem Zusammenhang als »Teilhabe bzw. Mitbestimmung von jungen Menschen an den sie betreffenden Entscheidungen« definiert.

KJug 3/2018: Sigmar Roll: Computerspiele: Hilflose Eltern und umstrittene Hilfestellung

Nachdem im Zuge eines familiengerichtlichen Sorgerechtsverfahrens zur Sprache kam, dass das betroffene Kind regelmäßig für seine Altersstufe völlig ungeeignete Computerspiele spielte und die Eltern dem hilflos gegenüberstanden, hat das Familiengericht beim Amtsgericht Bad Hersfeld u.a. Auflagen für die Computerspielnutzung festgelegt (Beschluss vom 27.10.2017, Az. 63 F 290/17 SO).

KJug 3/2018: Sabine Maschke, Ludwig Stecher: Erfahrungen jugendlicher Förderschüler/-innen mit sexualisierter Gewalt – die Studie(n) Speak!

Die Studien »Speak!« haben zum Ziel, die Lücke an Wissen über das Auftreten sexualisierter Gewalt durch repräsentative Dunkelfeldstudien quantitativ zu schließen. Untersucht wurden die Erfahrungen Jugendlicher (9. und 10. Klasse) mit sexualisierter Gewalt an Schulen und Förderschulen. Ein Ergebnis ist, dass der Fokus der Präventionsarbeit verstärkt auch auf sexualisierte Gewalt unter Gleichaltrigen zu richten ist. Darüber hinaus zeigen weitergehende Befunde, dass es in Punkto Aufklärung, Sexualität und sexualisierte Gewalt einen deutlichen Nachholbedarf bei den Förderschüler/-innen gibt.
Speak! Sexualisierte Gewalt in der Erfahrung Jugendlicher«. Erweiterungsstudie Förderschulen.
Kurzbericht. April 2018. Prof. Dr. Sabine Maschke, Prof. Dr. Ludwig Stecher unter Mitarbeit von
Karen Anschütz, Saskia Lapp und Ann-Cathrin Mücke-Gehrhardt. Online: www.speak-studie.de

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