KJug 2-2019_Titelblatt

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Das Internet ist ein großer virtueller Spielplatz, auf dem gespielt, kommuniziert und gelernt wird. Die vielfältigen Möglichkeiten des Austauschs und der Wissensaneignung sind jedoch nur die eine, positive Seite, dem gegenüber steht die Konfrontation mit möglichen Gefährdungen z.B. durch Cybermobbing, Sexting, Grooming. Da Konfrontations- und Kommunikationsrisiken nicht gänzlich ausgeschlossen werden können, muss der Kinder- und Jugendschutz dringend auch auf den digitalen Raum übertragen werden. Eine wesentliche Aufgabe der Kinder- und Jugendhilfe besteht in der Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt mit digitalem Medieneinsatz, u.a. mittels Schutzkonzepten.

 

Aus dem Inhalt:

KJug 2/2019: Prof. Dr. Jürgen Budde, Prof. Dr. Maika Böhm, Victoria Wesemann, Christina Witz: Zum Verhältnis von Sexualität und digitalen Medien in Schule am Beispiel Sexting

Digitale Medien geraten in Zusammenhang mit sexualisierter Gewalt in pädagogischen Kontexten vermehrt in den Blick. Gleichwohl besteht noch immer ein Anschlussproblem, denn die Literatur blendet die Schule weitgehend aus und schulbezogene Forschung verzichtet auf eine gesonderte Betrachtung digitaler Medien im Zusammenhang mit sexuellen Grenzverletzungen. Die Betrachtung mündet zusammengenommen in eine Art doppelten Verdeckungszusammenhang in der Schnittmenge von sexualisierter Gewalt und digitalen Medien.

KJug 2/2019: Prof. Dr. Frederic Vobbe, Katharina Kärgel: Sexualisierte Gewalt mit digitalem Medieneinsatz. Herausforderungen und Handlungsfelder im fachpädagogischen Umgang

Sexualisierte Gewalt mit digitalem Medieneinsatz umfasst unterschiedliche Phänomene, deren charakteristisches Merkmal neben einer Sexualisierung der Einsatz digitaler Medien sowohl zur Anbahnung, Fortsetzung wie auch zur Verübung der jeweiligen Gewaltformen ist. Eine wesentliche Aufgabe der Kinder- und Jugendhilfe besteht in der Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt mit digitalem Medieneinsatz. Bestehende Schutzkonzepte berücksichtigen dabei die Spezifika des digitalen Medieneinsatzes meist nur bedingt. Umso wichtiger erscheint bei einer solchen Zielsetzung die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praxis.

KJug 2/2019: Prof. Dr. Daniel Hajok: Sexualisiertes Austauschhandeln und sexuelle Belästigungen bei WhatsApp, Instagram & Co. Erfahrungen und Sichtweisen Jugendlicher

Mit dem Siegeszug von Smartphones hat sich der Alltag Jugendlicher grundlegend gewandelt. Besonders markant sind die Veränderungen beim kommunikativen Austausch der Heranwachsenden, der immer seltener face-to-face und immer häufiger bei WhatsApp, Instagram & Co. stattfindet. Das Soziale verschwindet dabei nicht, sondern wandert immer weiter ins Netz. Und hier wächst sich nicht nur das soziale Konfliktverhalten von Jugendlichen zu einem ›Problem‹ mit zunehmender Relevanz aus, sondern auch das sexualisierte Austauschhandeln unter Jugendlichen und sexuelle Belästigungen von Dritten. In diesem Gesamtzusammenhang, der mit einigen Unwägbarkeiten und Risiken für die sexuelle Entwicklung junger Menschen verbunden ist, werden Erfahrungen und Sichtweisen Jugendlicher skizziert.

KJug 2/2019: Thomas-Gabriel Rüdiger: Braucht der Schutz von Kindern und Jugendlichen im Internet eine digitale Generalprävention?

Kinder und Jugendliche begegnen im Netz verschiedenen Gefährdungen, u.a. sind sie von sog. Kommunikationsrisiken im Rahmen von Cybergrooming mittels Onlinespielen betroffen. Im Kanon möglicher Jugendschutzmaßnahmen im digitalen Raum, spielen auch die Sicherheitsbehörden eine Rolle, denn Kinder und Jugendliche werden dort immer häufiger mit Straftaten konfrontiert.

KJug 2/2019: Johannes-Wilhelm Rörig: Im Fokus: »Gewinnmaximierung darf nicht vor Kinderschutz stehen!«

»Kinder- und Jugendschutz muss endlich dem digitalen Zeitalter angepasst werden!«, lautet das Fazit des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs. In seinem Statement setzt er sich mit Gefährdungen von Kindern und Jugendlichen im Rahmen von Cybergrooming, Erpressung und Bloßstellung im Zusammenhang mit Sexting oder mit Pornografie und Gewaltdarstellungen auseinander und appelliert an die Verantwortung aller Beteiligten.

KJug 2/2019: Dr. Dirk Bange: Sexualisierte Gewalt und die Jugendämter

In KJug 4-2018 wurde die Vernachlässigung der Vernachlässigung von Kindern und Jugendlichen in der (Fach-)Öffentlichkeit thematisiert. Aber auch sexualisierte Gewalt wird aus Sicht des Autors noch nicht genügend in den Blick genommen. Im Beitrag werden die Daten der Bundesstatistik der Kinder- und Jugendhilfe zu Gefährdungseinschätzungen nach § 8a SGB VIII und vorläufigen Schutzmaßnahmen gemäß § 42 SGB VIII analysiert. Zudem werden Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen zum Ausmaß sexualisierter Gewalt und Erkenntnisse, an wen sich die Betroffenen wenden, präsentiert. Auf dieser Basis wird nach Gründen für die Zurückhaltung der Jugendämter im Umgang mit sexualisierter Gewalt gesucht.

KJug 2/2019: Eva Sobieszek, Marc Flückiger: Fachbeitrag – Schweizerische Kommission Jugendschutz im Film

Der Jugendmedienschutz in der Schweiz muss verschiedene kulturelle Einflüsse ihrer Sprachregionen abdecken und bietet damit ein gutes Beispiel für Vielfalt der Meinungen und der Sichtweisen innerhalb eines Landes. Wie der Jugendmedienschutz in der Schweiz aussieht, und welche Institution die Altersfreigaben bei Kinofilmen und auf DVDs festlegen, wird dargestellt.

KJug 2/2019: Sigmar Roll: Recht: § 176 StGB – eine Strafvorschrift mit vielen Facetten

Der 4. Strafsenat des Oberlandesgerichts Hamm hat in einem Revisionsverfahren die Verurteilung eines Mannes wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern zu einer Bewährungsstrafe bestätigt, nachdem dieser in einer WhatsApp-Nachricht bei einem 9-jährigen Mädchen Neugier an ihr noch unbekannten sexuellen Handlungen geweckt hatte (Beschluss vom 14.01.2016, Az. 4 RVs 144/15).

KJug 2/2019: Prof. Dr. Nadia Kutscher: Aktuelle Studie »Kinder. Bilder. Rechte. Persönlichkeitsrechte von Kindern im Kontext der digitalen Mediennutzung in der Familie«

Die Studie »Kinder.Bilder.Rechte. Persönlichkeitsrechte von Kindern im Kontext der digitalen Mediennutzung in der Familie« der Universität zu Köln in Kooperation mit dem Deutschen Kinderhilfswerk e.V. untersuchte, wie Sharenting – also die Nutzung digitaler Medien, um Daten, insbesondere Bilder der Kinder (vor allem in sozialen Netzwerken) mit anderen zu teilen – in Familien praktiziert wird. Im Fokus stand die Frage, wie digitale Mediennutzung und Sharenting in den Familienalltag eingelagert sind, sowie inwiefern Kinder an den elterlichen Medienpraktiken und Entscheidungen beteiligt werden und wie dabei mit den Persönlichkeitsrechten der Kinder umgegangen wird.

KJug 2/2019: Anja Puneßen: Die Jugendschutzfrage: Schüleraustausch und kein Sex? Eine rechtliche Einschätzung einiger Programmregeln

Im Beitrag wird die Frage beantwortet, inwiefern Beziehungen und sexuelle Kontakte im Rahmen eines Schüleraustauschs erlaubt sind. Diskutiert wird, ob es rechtens ist, wenn Austauschorganisationen in ihren Programmregeln sexuelle Kontakte während des gesamten Aufenthaltes verbieten.

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