Mobbing ist schlimm – Cybermobbing bzw. Cyberbullying ist vielleicht noch schlimmer. Als Cybermobbing bezeichnet man Mobbing unter Einsatz von Medien. Fiese SMS schicken, peinliche Bilder oder Videos im Internet veröffentlichen, per Messenger beleidigen, böswillige Gerüchte streuen und sogar die Gründung sog. ›Hassgruppen‹. Die Opfer werden über das soziale Umfeld hinaus bloßgestellt und wissen in den meisten Fällen nicht einmal, von wem sie gequält und gedemütigt werden. Darüber hinaus können sie sich diesen Belästigungen kaum entziehen, da sie per Handy und zu Hause am Rechner erreicht werden können.
Die Thematik Cybermobbing bzw. Cyberbullying von Kindern und Jugendlichen im virtuellen Raum des Internets stellt Eltern, Lehrer, Pädagogen und Psychologen vor eine schwierige Aufgabe: Sie müssen sich mit einem neuen ›Tatort‹ für Phänomene befassen, die aus dem schulischen Alltag und dem physischen Umfeld der Jugendlichen stammen. Der Mangel an Erfahrung erschwert häufig den Umgang mit diesem neuen Problembereich.
In der vorliegenden Ausgabe von Kinder- und Jugendschutz in Wissenschaft und Praxis (KJug) zeigen die Autorinnen und Autoren das Ausmaß und die spezifischen Formen des Mobbings im Internet anhand eigener Studien auf und nehmen eine rechtliche Einordnung der »Taten« vor. Sie nehmen die Täter in den Blick, zeigen die Folgen für die Opfer auf und erläutern Herangehensweisen und Präventionsmöglichkeiten. Ergänzt wird das Heft durch die Kommentierung eines Gerichtsurteils zum Verbot des Ausschanks von hochprozentigem Alkohol in einer Diskothek vor Mitternacht.

Aus dem Inhalt:

KJug 2/2009: Prof. Dr. Petra Grimm, Dr. Elisabeth Clausen-Muradian: Cyber-Mobbing – psychische Gewalt via Internet: » Ja, Beleidigungen Drohungen. So was halt.«

Das Web 2.0 bringt viele Vorteile, aber auch Nachteile mit sich. In der Studie »Gewalt im Web 2.0« wurden Gewaltdarstellungen im Internet in den Blick genommen. Im Beitrag steht das sogenannte Cybermobbing, die virtuelle Form des Mobbings im Mittelpunkt. Ein besonderes Augenmerk wird auf die Opfer und deren Gewalterleben gelegt. Aber auch die strafrechtlichen Aspekte […]

KJug 2/2009: Julia Riebel, Prof. Dr. Reinhold S. Jäger: Cyberbullying als neues Gewaltphänomen. Definitionen, Erscheinungsformen, Tätereigenschaften und Implikationen für die Praxis

Cyberbullying ist eine neue Form des Mobbings. Sie ist indirekt, aber nicht weniger problematisch. Durch die Anonymität des Täters – des sogenannten Bullys – und die Tatsache, dass das Opfer sich den Attacken nur schwer entziehen kann, bekommt diese Art der Gewaltausübung eine neue Qualität. Erste Ansatzpunkte für Prävention und Intervention im pädagogisch-schulischen Bereich werden […]

KJug 2/2009: Frithjof Staude-Müller, Prof. Dr. Thomas Bliesener, Nicole Nowak: Cyberbullying und Opfererfahrungen von Kindern und Jugendlichen im Web 2.0

Nutzerinnen und Nutzer sogenannter computergestützter, synchroner Kommunikation machen – neben vielen positiven – auch negative Erfahrungen. So sind beispielsweise im Chat verbale Aggressionen wie Beschimpfungen, Beleidigungen und Bedrohungen bis hin zum regelrechten Psychoterror und sexuellen Belästigungen anzutreffen. Die Opfer werden über das soziale Umfeld hinaus bloßgestellt und können sich den Belästigungen kaum entziehen. Welche Auswirkungen […]

KJug 2/2009: Stephanie Kutscher; Stefanie Rack: klicksafe – Informationen und Materialien zum Thema Cyber-Mobbing

Das Projekt klicksafe hat es sich zur Aufgabe gemacht, für die Chancen und Gefahren des Internet zu sensibilisieren. Die entscheidenden Aufgaben liegen in der Aufklärung und Kompetenzvermittlung von Kindern, Jugendlichen, Eltern und Pädagogen. Anbietern von Internetseiten sollen Möglichkeiten aufgezeigt werden, zu höherer Sicherheit im Internet beizutragen. klicksafe informiert umfassend über Sicherheitsthemen im Internet und vernetzt […]

KJug 2/2009: Susan MacIntyre, Prof. Dr. Malte Mienert: Kinder stark machen – Summative Evaluation eines Programms zur Prävention sexuellen Missbrauchs bei Grundschulkindern

Die Evaluation des Primärpräventionsprogramms »Kinder stark machen« gegen den sexuellen Missbrauch an Mädchen und Jungen steht im Mittelpunkt der Ausführungen. 212 Grundschulkinder wurden in Experimental- und Kontrollgruppe zu zentralen Themen des Programms und zu ihrem Selbstwertgefühl befragt.

KJug 2/2009: Ulrich Bartels – Recht und Rechtsprechung: Behörden gehen gegen Alkoholkonsum Jugendlicher in Diskotheken vor

Eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Stuttgart bestätigt das Verbot des Ausschanks hochprozentigen Alkohols vor Mitternacht (Beschluss vom 24.10.2008, Az. 4 K 3985/08 — rechtskräftig). Leitsatz des Gerichts Eine Auflage, die dem Betreiber einer von Jugendlichen frequentierten Diskothek den Ausschank von Branntwein und branntweinhaltigen Getränken generell untersagt, ist bis 24.00 Uhr erforderlich und verhältnismäßig. Anderes gilt für […]

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