Wie wirkt sich der exzessive Konsum von (Online)Computerspielen auf die Entwicklung und das Sozialverhalten von Kindern und Jugendlichen aus? Medienoptimisten weisen auf die förderlichen Aspekte im Umgang mit Computerspielen hin. Medienkritiker hingegen betonen die schädlichen Konsequenzen eines übermäßigen Konsums.
Die Abhängigkeit von Medien, insbesondere dem Internet, wird in Wissenschaft und Praxis, aber auch in den Medien und der Öffentlichkeit heftig diskutiert. Begrifflichkeiten wie exzessives Spielen, Internetabhängigkeit, Internetsucht, Onlinesucht und pathologisches Computerspielen kursieren. Gemeint ist in den meisten Fällen die Abhängigkeit männlicher Jugendlicher von (Online)Computerspielen. Doch woran erkennt man Computersucht, wer ist betroffen, wer gefährdet? Sind das Internet oder der PC verantwortlich oder liegen die Ursachen z.B. in der Persönlichkeitsstruktur des Einzelnen?
Die aktuelle Ausgabe von Kinder- und Jugendschutz in Wissenschaft und Praxis (KJug) greift die Diskussion auf und Fachleute aus verschiedenen Bereichen kommen zu Wort. Gemeinsam ist allen Beiträgen, dass nicht in einem einzelnen Computerspiel die Ursache allen Übels gesehen wird. Mit Blick auf den Kinder- und Jugendschutz sind sowohl die Suchtprävention als auch die Medienpädagogik gefragt.

 

Aus dem Inhalt:

KJug 1/2010: Sabine Meixner: Exzessive Internetnutzung im Jugendalter

Mit Internetabhängigkeit –auch Internet- oder Onlinesucht – wird oftmals das Phänomen bezeichnet, im Übermaß, im Extremfall gesundheitsgefährdend, das Internet zu nutzen. Die öffentliche wie wissenschaftliche Diskussion um den Begriff und die dahinterliegenden Ursachen hat u.a. dazu geführt, dass am Lehrstuhl für Pädagogische Psychologie und Gesundheitspsychologie der Humboldt-Universität zu Berlin von 1999 bis 2009 eine Studie […]

KJug 1/2010: Dr. Martin Geisler: »Erquickung hast Du nicht gewonnen, wenn sie dir nicht aus eigner Seele quillt.« (J.W. Goethe: Faust I, Vers 568f.) Medienpädagogische Positionierung zur Computerspielsucht 

Computerspielen macht Spaß. Es ist Freizeitvergnügen, Gruppenerlebnis, Entspannung, Sport, Abenteuer und Leidenschaft. Und es ist inzwischen vor allem ein eigenständiger Kulturbestand, der sich aus und in die Lebenswelt seiner Spieler hinein entfaltet. Das Spielen entführt uns und erzählt uns von uns selbst. Wer spielt, wirft sich in ein genussvolles und geschütztes Spannungsfeld von Ohnmacht und […]

KJug 1/2010: Jannis Wlachojiannis: Lost in Space – Beratung für Computerspiel- und Internetabhängige in Berlin

Seit 2006 existiert in Berlin die Beratungsstelle Lost in Space. Die Zahl der Hilfesuchenden ist seitdem drastisch angestiegen. Neben Betroffenen werden auch vielfach Eltern von Computer spielenden (männlichen) Jugendlichen in der Beratungsstelle vorstellig. Warum sich Menschen in virtuellen (Spiel)welten verlieren, wann sie zu Lost in Space kommen und wie praktische Erfahrungen aus der Angehörigenarbeit aussehen […]

KJug 1/2010: Ansgar Nowak: Exzessive Computerspieler in der Erziehungsberatung

Wie sollen Eltern mit ihren Kindern umgehen, wenn diese fast ausschließlich vor dem PC sitzen und Computerspiele spielen. Bei Kindern fragen die Eltern oft nach »Erziehungsregeln« für die Computernutzung. Bei Jugendlichen kommt es zu Konflikten, wenn es um die Internetnutzung geht. Eltern haben Angst klare Regeln zu setzen, weil sie sich im PC-Bereich nicht so […]

KJug 1/2010: Dr. Daniel Hajok: Pornografie und Jugendmedienschutz – Neue Herausforderungen durch das Internet

Pornografische Angebote im Internet und deren Nutzung durch Jugendliche sind ein Thema des Jugendmedienschutzes. Dabei steht eine mögliche Entwicklungsbeeinträchtigung ebenso wie eine »schwere Jugendgefährdung« zur Diskussion. Auf der Grundlage einer ausführlichen Darstellung wird im Beitrag auf mögliche Wirkungen des Pornografiekonsums eingegangen. Darüber hinaus werden auch Konsequenzen für den Jugendmedienschutz und die pädagogische Praxis benannt.

KJug 1/2010: Sigmar Roll – Recht und Rechtsprechung: Kinderschutz zwischen Blaulicht und Anschwärzen

Die 15. Kammer des Schleswig-Holsteinischen Verwaltungsgerichts hat entschieden, dass das Jugendamt die Preisgabe von Personendaten eines Anzeigeerstatters, der auf eine mögliche Kindesmisshandlung hingewiesen hatte, zu Recht gegenüber dem von der Anzeige Betroffenen abgelehnt hat (Urteil vom 11.05.2009; Az. 15 A 160/08) Leitsatz des Bearbeiters: Die hohe Bedeutung des Kinderschutzes rechtfertigt es und die gesetzlichen Bestimmungen […]

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