Staatsgrenzen bieten keine Sicherheit bei möglichen Gefährdungen junger Menschen. Dies zeigt sich u.a. beim Thema »Internet« aber auch beim Sattelitenfernsehen und beim Versandhandel. Einheitliche – zumindest europaweite – Jugendschutzstandards sind nicht vorhanden, zu unterschiedlich scheinen die kulturellen Bewertungsmaßstäbe in einzelnen Bereichen. Die politische Herausforderung für die Jugendschützer lautet daher, im europäischen Kontext darüber zu kommunizieren, welche Handlungsstrategien wirksam sind und welche Schritte notwendig sind, um die Bewertungsmaßstäbe »konvergent« zu entwickeln. Hierzu bedarf es aber auch der Informationen darüber, welche Gefährdungen gegeben sind, wie Kinder und Jugendliche damit umgehen und welche Präventionsmöglichkeiten möglich und sinnvoll sind.
Die Autorinnen und Autoren der ersten Ausgabe von Kinder- und Jugendschutz in Wissenschaft und Praxis im Jahr 2009 greifen das Thema »Kinder- und Jugendschutz in Europa« für die Handlungsfelder Medien/ Medienkompetenz und Sucht/ Suchtprävention auf. Sie benennen Risiken und Regelungslücken, klären Begriffe und geben Einblick in aktuelle Studien und Projekte. Ergänzt wird das Heft durch die Kommentierung eines Gerichtsurteils zu den neuerdings überall entstehenden Raucherclubs, im Zusammenhang mit der Klärung des Begriffs der sog. »Öffentlichkeit«, der für den Kinder- und Jugendschutz eine große Rolle spielt.

Aus dem Inhalt:

KJug 1/2009: Dr. Wolfgang Schulz: Jugendmedienschutz in Europa – Die Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste

Jugendmedienschutz in Europa bedeutet stets eine Abwägung zwischen tradierten nationalen Kontrollmechanismen sowie kulturell unterschiedlichen Bewertungsmaßstäben und dem Anspruch einheitliche bzw. vergleichbare Standards im Medienbereich zu erreichen. Die Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste, die Nachfolgerichtlinie zur so genannten Fernsehrichtlinie, die seit Ende 2007 mit einem erweiterten Anwendungsbereich auch nicht-lineare Medien und damit einen Teil der Internet-Angebote einbezieht, […]

KJug 1/2009: Dr. Claudia Lampert: EU Kids Online – Kinder und Internetnutzung in Europa

Die Nutzung neuer Medien durch Kinder stehen im Mittelpunkt des Projekts EU Kids Online, das Anfang 2006 von der Europäischen Kommission im Rahmen des Safer Internet Plus Programms bewilligt wurde. Hierbei handelt es sich um eine internationale Vernetzungsinitiative, die europaweit verfügbare Daten zur Mediennutzung von Kindern Medien bündelt, internationalen Kooperationspartnern zur Verfügung stellt und auf […]

KJug 1/2009: Peter Goike: Der Youth Protection Roundtable (YPRT). Eine europäische Initiative für ein sicheres Internet für Kinder und Jugendliche

Der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor unzulässigen Medienangeboten ist in Deutschland durch den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) und das Jugendschutzgesetz (JuSchG) geregelt. Das weltumspannende Internet macht jedoch schnell die Grenzen nationaler Regelungen des Kinder- und Jugendschutzes deutlich. Daher hat sich auch die Europäische Union dieses Themas angenommen und den »Youth Protection Roundtable« ins Leben gerufen, der […]

KJug 1/2009: Roland Simon, Gregor Burkhart: Drogenkonsum und Suchtprävention in Europa: Eine Situationsbeschreibung der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD)

Die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht in Lissabon ist die zentrale Informationsstelle zur Drogen- und Drogensuchtproblematik in Europa. Sie wurde eingerichtet, um die Europäische Gemeinschaft und ihre Mitgliedsstaaten »auf europäischem Niveau mit objektiven, verlässlichen und vergleichbaren Informationen zu Drogen, Drogenabhängigkeit und ihren Folgen« zu versorgen. Im Beitrag wird ein aktueller Überblick über den Drogenkonsum […]

KJug 1/2009: Sigmar Roll – Recht und Rechtsprechung: Raucherclubs – wie viel Öffentlichkeit darf sein?

Die 16. Kammer des Verwaltungsgerichts München hat sich in einem einstweiligen Anordnungsverfahren mit der Zulässigkeit und mit Voraussetzungen von Raucherclubs befasst (Beschluss vom 16.04.2008; Aktenz. M 16 S 08.1208). Leitsätze des Bearbeiters 1. Raucherclubs können als nicht öffentlich zugänglich eingeordnet werden. 2. Raucherclubs müssen hierbei nicht alle Kriterien für eine geschlossene Gesellschaft erfüllen. 3. Eine […]

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