KJug 4-2014_Titelblatt

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In dieser Ausgabe von Kinder- und Jugendschutz in Wissenschaft und Praxis stehen ausnahmsweise nicht Kinder und Jugendliche im Mittelpunkt, sondern diejenigen, die mit ihnen bzw. für sie arbeiten, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus verschiedenen Handlungsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe.
Hoher Arbeitsdruck, ständiges Multitasking und Erwartung von permanenter Erreichbarkeit sind nur einige Kennzeichen unserer schnelllebigen Arbeitswelt. Psychosomatische Beschwerden, Ermüdungs- und Erschöpfungsphänomene, Burnout, Stress, Magenbeschwerden, Schlafstörungen – die Liste der Krankheiten, die aufgrund übermäßiger psychischer und/oder physischer Anforderungen der Umwelt und der Arbeitswelt entstehen können, ist lang. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Jugendämtern und hier besonders im Allgemeinen Sozialen Dienst sind darüber hinaus besonderen Belastungen ausgesetzt. Vor dem Hintergrund einiger tragisch verlaufener Kinderschutzfälle und der damit verbundenen öffentlichen Aufmerksamkeit müssen sie tagtäglich Entscheidungen über das Wohl von Kindern und Jugendlichen treffen.

Die Autorinnen und Autoren zeigen die verschiedensten Belastungen, mit denen Fachkräfte in der Kinder- und Jugendhilfe im Arbeitsalltag konfrontiert sind auf. Konkrete Erfahrungsberichte und Hinweise auf den notwendigen Handlungsbedarf werden gegeben. Wie Fürsorge und Gesunderhaltung gewahrt und gefördert werden können, wird u.a. am Beispiel des Staff-Welfare-Konzepts von jugendschutz.net deutlich.

 

Aus dem Inhalt:

KJug 4/2014: Prof. Dr. Verena Klomann. »Helfer/innen am Limit?!« Arbeitsbedingungen und Arbeitsbelastungen in den Sozialen Diensten der Jugendämter

Das Personal und die Ausstattung mit Personalressourcen stellen unbestritten den wesentlichen Grundstein für professionelle personenbezogene Dienstleistungen dar. So resümieren beispielsweise Kindler, Pooch und Bertsch in der Ausgabe 1-2014 von KJug in ihrer Zwischenbilanz zum Bundeskinderschutzgesetz, dass »das wichtigste Kapital im Kinderschutzsystem nicht gute Gesetze und gute Verfahren sind, sondern die Fachkräfte mit ihrer Einsatzbereitschaft«. Der Beitrag widmet sich auf der Basis von Ergebnissen einer empirischen Studie diesem Personenkreis und nimmt dabei die Belastungssituation der sozialarbeiterischen/ sozialpädagogischen Fachkräfte in den Sozialen Diensten der Jugendämter in den Blick. (mehr…)

KJug 4/2014: Dr. Irmhild Poulsen: »Angst, man kommt zu spät und ein Kind ist tot« Stress und Belastungsfaktoren in der Jugendhilfe

Stress und Belastungsfaktoren findet man immer häufiger auch bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Kinder- und Jugendhilfe. Eigene Ansprüche und Anforderungen, aber auch die Tatsache immer öfter im Fokus der Öffentlichkeit zu stehen, bringen verschiedene physische und psychische Belastungen mit sich. Eine im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung durchgeführte Untersuchung, die der Erfassung von Stress und Belastungsfaktoren in einigen Tätigkeitsfeldern der Jugendhilfe diente, zeigt aufschlussreiche Ergebnisse, die einen umfassenden Einblick in die alltäglichen Herausforderung der Fachkräfte geben und Schlussfolgerungen zulassen, die für Träger und Fachkräfte gleichermaßen interessant sind sowie Anstoß zu dringenden Veränderungen der Arbeitssituation im Tätigkeitsfeld Jugendhilfe führen sollten. (mehr…)

KJug 4/2014: Friedemann Schindler, Anette Diehl, Petra Wörsdörfer, Harald Zehe: Überlastungen vorbeugen und gegensteuern. Entwicklung eines Staff-Welfare-Konzepts für jugendschutz.net 

Täglich sichten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Aufsichtsstellen, Selbstkontrollen und Supportabteilungen jugendgefährdende und absolut unzulässige Inhalte im Internet. Die dauerhafte Konfrontation mit gewalthaltigen Angeboten und Darstellungen sexueller Ausbeutung von Kindern hinterlässt Spuren. jugendschutz.net, die länderübergreifende Stelle für den Jugendschutz im Internet, hat vor diesem Hintergrund ein bislang einmaliges Staff-Welfare-Konzept zur Fürsorge und Gesunderhaltung der Beschäftigten entwickelt. (mehr…)

KJug 4/2014: Zum Umgang mit Belastungen von Fachkräften in der Arbeit mit schwierigen Fällen am Beispiel einer Fachkraft eines Kinder- und Jugendschutzdienstes in Thüringen – Interview

Die Arbeit in den mittlerweile 19 Kinder- und Jugendschutzdiensten Thüringens konzentriert sich auf die kindzentrierte Abklärung von Kindeswohlgefährdung, Krisenintervention, Beratung und Begleitung von Betroffenen sowie die Beratung von Angehörigen oder Bezugspersonen. Thematisch bearbeiten die Kinder- und Jugendschutzdienste Fälle in denen es um Gewalt gegen Kinder und Jugendliche geht, d.h. in Fällen von sexueller, psychischer, physischer und häuslicher Gewalt, sowie Vernachlässigung. Heiko Höttermann, Geschäftsführer der Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz Thüringen e.V., sprach mit Kati Dutsch, Mitarbeiterin des Kinder- und Jugendschutzdienstes Gera über den Umgang mit Belastungen von Fachkräften in der Arbeit mit schwierigen Fällen. (mehr…)

KJug 4/2014: Dr. Thea Rau, Peter Rehmann, Marie Zoé Demant, Manuel Drews, Prof. Dr. Sabine Andresen, Dr. Marc Allroggen: Studie zu sexueller Gewalt. Erreichbarkeit von Jugendlichen in Einrichtungen der Jugendhilfe und Internaten zu Fragen zu sexueller Gewalt

Ein Junge küsst ein Mädchen gegen dessen Willen, über SMS werden obszöne Nachrichten verbreitet, auf der Straße wird eine Gruppe Mädchen belästigt. Die Praxis zeigt, dass sexuelle Gewalt im Jugendalter häufig vorkommt – aktuell ist für Deutschland nicht bekannt, wie häufig. Eine Studie an der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/ Psychotherapie, Universitätsklinikum Ulm, in Kooperation mit der Goethe-Universität Frankfurt/ Main soll diese Frage klären. Ein Erfahrungsbericht aus dem laufenden Forschungsvorhaben zeigt, welche Schwierigkeiten und Hindernisse schon bei der Probanden-Rekrutierung auftauchen können. (mehr…)

 

KJug 4/2014: Sigmar Roll: Elternhaftung beim Internet – ein Grundsatzurteil in der Rechtspraxis

Die 15. Zivilkammer des Landgerichts Berlin hat sich mit der konkreten Umsetzung der höchstrichterlichen Rechtsprechung zur Aufsichtspflicht von Eltern bei der Internetnutzung ihrer Kinder zu befassen gehabt (Urteil vom 24.01.2014; Aktenz. 15 S 16/12). (mehr…)

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