KJug 4-2013_Titelblatt

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Die gesellschaftliche und politische Aufmerksamkeit für die Prävention von sexuellem Kindesmissbrauch ist nicht zuletzt durch den Runden Tisch Kindesmissbrauch geweckt worden. Prävention, Beratung und Unterstützung im Missbrauchsfall haben eine hohe gesellschaftliche Bedeutung und sind fachlich fest etabliert. Der institutionalisierte Kinder- und Jugendschutz stellt Präventionsmaßnahmen bereits seit vielen Jahren in den Mittelpunkt und richtet diese auf unterschiedliche Zielgruppen – Erwachsene und Kinder/Jugendliche – aus. Präventionsansätze werden in Kindergarten, Schule, Familie kontinuierlich und altersgemäß durchgeführt, dabei werden verstärkt auch die Medien einbezogen. Diese zeitgemäße Form der Präventionsarbeit spricht die Zielgruppe an und dient einer größeren Verbreitung.

Ziel jeglicher präventiver Arbeit ist, zu verhindern, dass Kinder und Jugendliche Opfer von sexuellen Grenzverletzungen und Missbrauch werden und ihnen zu vermitteln »Nein« zu sagen und Grenzen zu setzen. Damit diese verhaltens- und verhältnispräventiven Maßnahmen erfolgreich sind, müssen sie ständig weiterentwickelt und evaluiert – aber auch finanziert werden.

Die Autorinnen und Autoren der Ausgabe 4-2013 von Kinder- und Jugendschutz in Wissenschaft und Praxis – KJug stellen verschiedene Präventionsansätze vor und diskutieren deren Wirksamkeit.

Aus dem Inhalt:

KJug 4/2013: Prof. Dr. Hans Zollner S.J, Dr. Katharina A. Fuchs, Prof. Dr. Jörg M. Fegert: Wirksame Prävention!? Pädagogen und Angehörige von Heilberufen sind wichtige Adressaten von Präventionsmaßnahmen gegen sexuellen Missbrauch

Sexueller Missbrauch kann zu massiven, zum Teil lebenslangen Belastungen führen und ist ein schwerwiegendes (Gesundheits-)Problem auf individueller, familialer und gesellschaftlicher Ebene. Deshalb sind Präventionsmaßnahmen auf verschiedenen Ebenen unerlässlich. In den vergangenen Jahrzehnten wurden zahlreiche Programme für unterschiedliche Zielgruppen (Kinder, Jugendliche und Erwachsene) entwickelt. Viele dieser Programme haben sich teilweise als wirksam erwiesen. Dennoch herrscht bislang kein Konsens darüber vor, was wissenschaftlich als wirksam angesehen werden kann. Der vorliegende Beitrag versucht die spezifischen Präventionsaktivitäten im Bereich des sexuellen Kindesmissbrauchs in den allgemeinen um Prävention einzuordnen und unterstreicht die Bedeutung der »bystander education«

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KJug 4/2013: Prof. Dr. Anna Julia Wittmann, Julia Gebrande: Kinder mit sexuellen Missbrauchserfahrungen im pädagogischen Alltag stärken

Im Rahmen des Forschungsprojekts KiMsta (Kinder mit Missbrauchserfahrungen stabilisieren), das an der Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) in Hildesheim angesiedelt ist, wurden mit Expertinnen und Experten im Bereich des Kinderschutzes Interviews geführt und ausgewertet. Dabei zeigte sich, wie bedeutsam für Kinder mit sexuellen Missbrauchserfahrungen auch Angebote der Primärprävention sind, da sie zum Bewältigungsprozess beitragen.

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KJug 4/2013: Anna Müller, Dr. Mandy Röder, Prof. Dr. Michael Fingerle: CaS – Cool and Safe. Internetbasierte Programme zur Prävention von sexuellem Missbrauch

Vieles spielt sich für Kinder und Jugendliche heutzutage »online« ab, sei es das Kommunizieren mit anderen Personen, das Spielen mit anderen oder die Informationssuche, daher ist es wichtig, dieses Medium auch in die Präventionsarbeit mit einzubeziehen. Dieser Beitrag gibt einen Überblick über die Perspektiven und Möglichkeiten, die das Internet in der Prävention bietet und es wird das neu entwickelte Präventionsprogramm »Cool and Safe« vorgestellt. Dabei handelt es sich um ein web-basiertes Training zur Prävention von sexuellem Missbrauch und Gefahren im Internet. Das Programm ist unter www.coolandsafe.eu frei verfügbar. Vor einer genaueren Beschreibung der Programminhalte und -ausgestaltung werden einige Grundlagen zur Nutzung web-basierter Trainings in der Präventionsarbeit dargestellt.

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KJug 4/2013: Julia von Weiler: »Clever im Netz« Eine Präventions-App für Kinder

Der Verein Innocence in Danger hat die erste App (Applikation) für Smartphones entwickelt, die Kindern zwischen 9 und 11 Jahren auf fröhlich, ermutigende Weise zeigt, wie sie sich sicher in digitalen Welten bewegen können. Außerdem erklärt sie Eltern, worauf sie achten müssen und wie sie ihre Kinder bei den ersten Schritten im Internet unterstützen können. Damit wird das Smartphone auch in die Präventionsarbeit gegen sexuellen Missbrauch einbezogen.

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KJug 4/2013: Heike Heubner-Christa: Die UN-Kinderrechtskonvention und deren Bedeutung in Japan, am Beispiel der Stadt Kawasaki – ein Vergleich zu Deutschland

Vom 11. bis 25. Mai 2013 fand das Studienprogramm »Sicheres Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen: Kinderschutz und Internetsucht« in Japan statt. In dem Studienprogramm erhielten die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich intensiv mit Fachkräften der außerschulischen Jugendarbeit sowohl über den Kinderschutz, als auch das Thema Internetsucht, über die Arbeit vor Ort, Probleme und Erfahrungen auszutauschen. Im Beitrag wird u.a. ein Einblick in die Umsetzung der UN-Kinderkonvention in der Stadt Kawasaki gegeben.

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KJug 4/2013: Felix Falk, Anke Mützenich: Klassifizierung von Spielen. USK schließt Pilotprojekt ab

Die USK, die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle, ist in Deutschland für die Alterseinstufung von Computerspielen zuständig. Im Rahmen eines Pilotprojektes hat die USK die in vielen Ländern übliche Klassifizierung erprobt. Hierbei werden über ein technisches System Fragen zu Aspekten des Jugendschutzes zu dem einzustufenden Spiel gestellt, aus denen dann automatisch eine Altersbewertung resultiert. Erste wichtigste Ergebnisse des Projekts liegen nunmehr vor.

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KJug 4/2013: Sigmar Roll: Wenn Eltern ausfallen

Der 12. Senat des Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen hat in einem Eilverfahren einem Antrag von Eltern auf eine Jugendhilfeleistung in Form der Unterstützung zur Betreuung und Versorgung von Kindern nicht entsprochen und auf – die nicht beantragten – Hilfen zur Erziehung verwiesen. (Beschluss vom 06.05.2013; Aktenz. 12 B 423/13)

Leitsatz des Bearbeiters
Ein längerer Ausfall der Eltern als Erziehungspersonen erfordert regelmäßig nicht nur Lösungen für den Betreuungsbedarf, sondern auch für den erzieherischen Bedarf der Kinder.

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