Die Stellung von Kindern in unserer Gesellschaft, ihre Förderung und ihr Schutz vor Gefahren ist in den letzten Jahren ins Zentrum der öffentlichen Debatte gerückt. Dies ist prinzipiell sehr zu begrüßen, auch wenn manche Anlässe dafür, wie z. B. tragisch ausgegangene Kinderschutzfälle eher erschütternd sind. Vom Tenor her sind sich meist alle einig, dass Schäden für Kinder möglichst präventiv vermieden werden sollen.
Während im Kinder- und Jugendhilfegesetz (SGBVIII) der § 8a und die Debatte um die frühen Hilfen bzw. das Scheitern von Kinderschutz hohes (fach-)öffentliches Interesse erzielen, ist die Einführung des § 72a, fast unbemerkt erfolgt. Ziel dieser neuen Norm ist es, die Gefahr durch sexualisierte Gewalt durch Professionelle in Institutionen zu reduzieren.
In der aktuellen Ausgabe von Kind Jugend Gesellschaft, die von der Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz herausgegeben wird, setzen sich die Autorinnen und Autoren aus unterschiedlichen Blickwinkeln inhaltlich mit dieser Norm auseinander.

Aus dem Inhalt:

KJug 4/2007: Sabine Herzig: Sexualisierte Gewalt durch Professionelle in Institutionen

In Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe sollten Kinder und Jugendliche eigentlich immer vor sexueller Gewalt durch Mitarbeiter/innen geschützt sein. Dies ist leider in der Realität nicht immer gegeben. Wie strategisch gehen Täter/innen vor, welche Möglichkeiten haben Einrichtungen, schon im Vorfeld das Risiko zu minimieren, Pädosexuelle zu beschäftigen, und welche Strukturen braucht es, um bei einem […]

KJug 4/2007: Jörg M. Fegert: Prävention von Missbrauch in Institutionen durch Abschreckung vs. Prävention durch Empowerment

Die Einführung des §72 a hat zwar in der Fachwelt zu einer gewissen Debatte geführt, vielerorts aber nicht zu dem erhofften Einstellungswandel im Umgang mit Personalsachen beigetragen. Wird die Einholung des Führungszeugnisses als eine lästige Verpflichtung kommuniziert, die der Gesetzgeber einem auferlegt und nichts mit der Person zu tun hat, die dem Personalverantwortlichen gegenübersitzt, dann […]

KJug 4/2007: Roland Merten: Wenn die Lösung zum Problem wird: § 72a SGB VIII

Die Träger der öffentlichen Jugendhilfe sollen sicherstellen, dass sie keine Personen beschäftigen oder vermitteln, die rechtskräftig wegen einer Straftat gegen die sexuelle Selbstbestimmung verurteilt worden sind. Zu diesem Zweck sollen sie sich bei der Einstellung und in regelmäßigen Abständen von den zu beschäftigenden Personen ein Führungszeugnis vorlegen lassen. Diese Regelung stellt einen präventiven Versuch dar, […]

KJug 4/2007: Sigmar Roll: Minderjährige in unnatürlicher, geschlechtsbetonter Körperhaltung – eine neue Schutzvorschrift zeigt Wirkung

Die von den zuständigen Stellen des Jugendmedienschutzes entwickelte Ausfüllung des unbestimmten Rechtsbegriffs der »unnatürlichen, geschlechtsbetonten Körperhaltung« wird in der Rechtsprechung übernommen. Die Entscheidung des AG Hannover (Urt. v. 15.9. 2006, Az.: 262 OWi 3744 Js 13701/06 [38/06] StA Hannover, vgl. JMS-Report 6/2006, S. 67f) wurde zwischenzeitlich durch das OLG Celle bestätigt (Beschl. v. 13. 2. […]

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