Zum 1. September dieses Jahres wird das Gesetz zum Schutz vor den Gefahren des Passivrauchens in Kraft treten, welches ein grundsätzliches Rauchverbot in allen Einrichtungen des Bundes sowie im öffentlichen Personenverkehr vorschreibt und den Schutz vor Passivrauchen am Arbeitsplatz verbessert. Zudem soll das Jugendschutzgesetz (§ 10 JuSchG) durch die Anhebung des Abgabealters für Zigaretten von 16 auf 18 Jahren verschärft werden. Nur für die Umrüstung der Alterskontrolle in den Zigarettenautomaten gilt aus technischen Gründen eine Übergangsfrist bis zum 1. Januar 2009.
Zu dem Entwurf des Gesetzes hat der Vorstand der Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz (BAJ) eine Stellungnahme verabschiedet, in der die Verbesserung des Nichtraucherschutzes ausdrücklich befürwortet wird. Das Rauchverbot für Jugendliche wird jedoch kritisch gesehen, solange darüber kein breiter gesellschaftlicher Konsens besteht und unerlaubtes Rauchen von den Erwachsenen nicht entschieden genug unterbunden wird.
Die Umsetzung des neuen Gesetzes wird nur dann erfolgreich sein, wenn zeitgleich die Präventionsarbeit und der kontrollierende Jugendschutz verstärkt werden und alle gesellschaftlichen Zielgruppen konsequent an der Realisierung des Nichtraucherschutzes mitwirken.
In der aktuellen Ausgabe von Kind Jugend Gesellschaft setzen sich die Autoren aus unterschiedlichen Blickwinkeln mit dem Thema Rauchen bzw. Nichtrauchen von Kindern und Jugendlichen auseinander.

 

Aus dem Inhalt:

KJug 3/2007: Wolfgang Settertobulte: Warum rauchen Jugendliche?

Die Frage, warum Jugendliche rauchen, ist leicht zu beantworten – weil sie schnell eine körperliche und psychische Abhängigkeit entwickeln. Die dahinterstehende Frage, warum sie aber überhaupt erst mit dem Rauchen anfangen, bedarf weiterer Ausführungen. Neben der negativen Vorbildfunktion der Eltern und dem sogenannten Prozess der Rauchersozialisation ist auch das Verhältnis zum eigenen Körper und den […]

KJug 3/2007: Sven Schneider, Christiane Meyer: Zigaretten und Jugendschutz.

Rauchen stellt den mit Abstand bedeutsamsten solitären Risikofaktor für die Gesundheit von Jugendlichen dar. Deutschland zählt zu denjenigen europäischen Staaten mit den höchsten Rauchprävalenzen, dem niedrigsten Einstiegsalter und der höchsten Zigarettenautomaten-Dichte. Die Omnipräsenz von Zigarettenautomaten in der Öffentlichkeit und insbesondere in der Nähe von Jugendeinrichtungen erleichtert Kindern und Jugendlichen den Einstieg in die Sucht. Ziel […]

KJug 3/2007: Gunilla Nowotny, Peter Lang: Passivrauch – für Kinder ganz besonders schädlich!

Nicht nur das aktive Rauchen schädigt die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen (und Erwachsenen) – auch das Passivrauchen stellt eine Gefährdung dar. Wie diese Gefährdung für Ungeborene und (Klein-)Kinder aussieht und was aus präventiver Sicht gegen die kindliche Tabakrauchbelastung unternommen werden muss, wird im Beitrag dargestellt.

KJug 3/2007: Una Röhr-Sendlmeier, Kerstin Knopp, Sarah Franken: Die psychologische Bedeutung motorischer Anregungen für die Entwicklung im Kindesalter

Der Gesundheitszustand von Kindern hat sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verschlechtert. Einer der Gründe hierfür sind unzureichende Bewegungserfahrungen. Wie in verschiedenen Studien belegt, hat die Motorik auch Auswirkungen auf das Wahrnehmen, Erleben und Handeln eines Individuums. Die Ergebnisse einer Studie belegen, dass Kinder, die in und außerhalb des Kindergartens in ihren Bewegungsaktivitäten gefördert werden, […]

KJug 3/2007: Sigmar Roll: Erziehungsbeauftragte Personen – ein Plädoyer für kreative Gelassenheit

Eine Entscheidung des OLG Nürnberg legt die Voraussetzungen dar, die der Gesetzgeber mit dem Begriff der erziehungsbeauftragten Person verbindet (OLG Nürnberg, 2. Strafsenat, Urt. v. 12.09.06 Az: 2 St OLG Ss 108/06); die Entscheidung wird hier auszugsweise dokumentiert. Leitsatz des Bearbeiters

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