KJug 1-2016_Titelblatt

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Das „Dazwischen“ ist im Alltag und in der Wissenschaft meistens eine irritierende Kategorie: Sind wir moderne Menschen, gerade in Zeiten von Budgetierung und Accounting, doch meistens bemüht, Dinge eindeutig zu Kategorien zuzuordnen. Auch Jugendschutzgesetze gehen von der Eindeutigkeit z.B. von Altersangaben aus. Allerdings stört das das soziale Leben, den sozialen Wandel wenig, die beide ziemlich uneindeutig daherkommen.

Auch die „Lückekinder“ haben es vor dieser Folie schwer, weil sie einerseits zwischen allen Stühlen sitzen, wie die Beiträge im Heft 2-2016 von KJug eindrucksvoll aufzeigen und weil auch sie andererseits von verschiedensten makrogesellschaftlichen Prozessen, wie der Mediatisierung der Lebenswelten, betroffen sind.

Sie sind nicht mehr Kind und noch nicht Jugendliche, sondern gewissermaßen Zwischenwesen in einer „Zwischengesellschaft“. Dieser Status als Zwischenwesen schlägt sich deutlich in ihren Handlungspraxen und ihrem Orientierungswissen nieder, wie die Ergebnisse des Ulmer Projektes „Die soziale Welt der Lückekinder“ belegen. Von besonderer Bedeutung sind in dieser Zwischenphase die Peerbeziehungen – heutzutage werden diese maßgeblich organisiert und strukturiert über die ebenfalls dem raschen sozialen Wandel ausgesetzten sozialen Medien, wie in einem weiteren Aufsatz deutlich wird. Ergänzt werden die forschungsbezogenen Sondierungen durch Einblicke in die Praxis in Jugendzentren.

 

Aus dem Inhalt:

KJug 2/2016: Manuela Gulde, Katharina Steinicke, Franziska Köhler-Dauner, Dr. Kathrin Mörtl, Prof. Dr. Jörg M. Fegert, Prof. Dr. Ute Ziegenhain: Die soziale Welt der »Lückekinder« – Analyse einer vergessenen Gruppe

Die Altersgruppe der 10- bis 14-Jährigen wird in Forschung und Öffentlichkeit als »späte Kindheit« oder »Vorpubertät« bezeichnet. Welche entwicklungspsychologischen und soziokulturellen Besonderheiten diese Altersgruppe aufweist und wie ihre Lebenswirklichkeit aussieht, wurde in einer Studie der Klinik der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universitätsklinik Ulm untersucht. ..
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KJug 2/2016: Katharina Steinicke, Dr. Kathrin Mörtl, Manuela Gulde, Prof. Dr. Ute Ziegenhain, Prof. Dr. Jörg M. Fegert: Die Umfunktionierung von Plätzen – Aneignungsprozesse im öffentlichen Raum in der Altersgruppe der Lücke-Kinder

Freizeit heute ist in vielen Fällen verplante Zeit – auch bereits bei Kindern. Dass die Gestaltung von Freizeit in nicht pädagogisierten Räumen keine Zeitverschwendung, sondern sogar sehr bedeutsam für die kindliche Entwicklung unter dem Aspekt der Raumaneignung ist, ist nur ein Ergebnis der Studie »Die soziale Welt der ›Lückekinder‹«. Im Forschungsprojekt wurde nicht nur die Perspektive der Expert/inn/en und Eltern über die Kinder erhoben, es war besonders wichtig, dass die Kinder selbst zu Wort kamen.
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KJug 2/2016: Christa Gebel: »… weil sie da mit Daten machen, was sie wollen.« Online-Angebote und -Risiken aus Sicht von 12- bis 14-Jährigen

Im Beitrag werden ausgewählte Ergebnisse der ACT ON! Monitoringstudie zur Wahrnehmung und Bewertung von Online-Angeboten und -Risiken durch 12- bis 14-Jährige vorgestellt. Die Studie eruierte mit qualitativen Methoden die Perspektive Heranwachsender auf aktuelle Phänomene im Onlinebereich und ihre diesbezüglichen Schutz-, Informations- und Hilfsbedürfnisse. Der Schwerpunkt des Beitrags liegt auf Risiken im Bereich des Persönlichkeitsschutzes.
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KJug 2/2016: Christina Scholz-Asci, Yasemin Ayar: »Lückekindertreff« im Jugendzentrum

Jugendzentren stehen prinzipiell allen Kindern und Jugendlichen in einem Stadtteil offen. Mädchen und Jungen im Alter zwischen 10 und 14 Jahren, die für die Hortbetreuung zu alt und für die Jugendarbeit zu jung sind, werden hier Lückekinder genannt. Wie die Angebote für die 10- bis 14-Jährigen aussehen, zeigt ein Blick in die Praxis der Offenen Kinder- und Jugendarbeit in zwei Jugendzentren in Hannover.
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KJug 2/2016: Marianne Meyer: ELTERN beteiligen und stärken – im Netzwerk. Das »Projekt ELTERNTALK« in Bayern – vom Projektstatus zum etablierten und expandierenden Netzwerk-Programm im Bereich Medien, Konsum und Suchtprävention

Kompetente Eltern – kompetente Kinder. ELTERNTALK bringt Eltern miteinander ins Gespräch. So lautet das Motto des Beteiligungsprogramms, das von der Aktion Jugendschutz Landesarbeitsstelle Bayern 2001 ins Leben gerufen wurde. ELTERNTALK steht dabei für Fachgespräche von Eltern für Eltern. Ziel ist, die Erziehungskompetenz von Eltern durch Eltern zu stärken, damit sie den Anforderungen in der Erziehung von Kindern und Jugendlichen begegnen können. Im Beitrag werden Inhalte und Zielsetzungen des Projektes dargestellt.
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KJug 2/2016: Josephine Paula Rothlaender, Daniel Schwerdt: Zur Aufarbeitung sexueller Gewalt in pädagogischen Einrichtungen

In der Rubrik »Aus der Hochschule« werden wissenschaftliche und praxisorientierte Abschlussarbeiten von Hochschul- und Fachhochschulabsolventinnen und -absolventen vorgestellt. Dabei handelt es sich um aktuelle Arbeiten (BA, Master, Magister, Diplom, Staatsexamen).
Die Masterarbeiten zur Erlangung des akademischen Grades Master of Arts Erziehungswissenschaft am Institut für Erziehungswissenschaft an der Westfälischen Wilhelms-Universität wurden durch Jun.-Prof. Dr. Martin Wazlawik betreut und im Sommersemester 2015 abgeschlossen. Die Masterarbeiten sind im Rahmen …
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KJug 2/2016: Sigmar Roll: Braucht es keinen Jugendschutz mehr bei Pornos – oder liegt hier ein Vollzugsdefizit vor?

Die Staatsanwaltschaft Tübingen hat ein Ermittlungsverfahren eingestellt, in dem es um Verbreitung von Pornographie im Internet ohne Beachtung der Vertriebsbeschränkungen ging, die gesetzlich aus Jugendschutzgründen festgelegt worden sind (Entscheidung vom 30.06.2015, Az. 32 Js 23303/13).
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