KJugv1-2017_Titelblatt

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Heutzutage wird es als ›normal‹ angesehen, dass sich Jugendliche untereinander mit vermeintlich abwertenden Bezeichnungen ansprechen. Wenn diese aber in Beleidigungen, Hetze und Bedrohungen münden, die vorrangig (anonym) in Internetforen oder auf Facebook verbreitet werden, hört der Spaß auf. Diese Art der Online-Kommentare wird Hate Speech genannt – zu Deutsch: Hassrede. Hate Speech lässt sich als (digitale) Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit bezeichnen. Betroffen sind Personen, die aufgrund ihrer Hautfarbe, ihrer (vermeintlichen) Herkunft, ihrer Religion, ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Orientierung, einer bestimmten Gruppe zugeschrieben werden können. Auch wenn sich Hate Speech in sozialen Netzwerken verbreitet, existiert sie nicht losgelöst vom analogen Leben sondern greift reale demokratie- und menschenfeindliche Einstellungen auf.

Pädagogische Fachkräfte müssen sich auch immer häufiger mit diesem Phänomen auseinandersetzen. Neben Interventionen in konkreten Situationen, sollten sie auch präventiv reagieren. Die Autorinnen und Autoren der Ausgabe 1-2017 von KJug bieten in ihren Beiträgen Informationen und Handlungsempfehlungen, um u.a. Gegenstrategien in der politischen Bildung und der Medienkompetenzförderung zu entwickeln.

 

 

 

Aus dem Inhalt:

 

KJug 1/2017: Daniel Hajok: Hate Speech. Mit Hassreden in eine neue Kommunikationskultur?

Als unangenehmes Modewort doch in vieler Munde markiert »Hate Speech« ein aktuelles Problem unserer Gesellschaft, dass nicht nur im Kinder- und Jugendschutz, sondern generell als eine Gefahr für den sozialen Zusammenhang und das friedliche Zusammenleben diskutiert wird. Doch was meint Hate Speech überhaupt? Was steckt dahinter? Welche Formen sind zu unterscheiden? Ist es wirklich so verbreitet? Und was hat das alles mit Kinder- und Jugendschutz zu tun? Im Beitrag werden einige grundsätzliche Perspektiven skizziert.
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KJug 1/2017: Matthias Felling, Nora Fritzsche: Hass im Netz. Hate Speech als Herausforderung für die pädagogische Arbeit mit Jugendlichen

Wenngleich Hate Speech kein rein jugendspezifisches Phänomen ist, kann und muss die Jugendarbeit pädagogisch auf (digitale) Gewalt reagieren. Präventive Maßnahmen richten sich hierbei sowohl an diejenigen Jugendlichen, die über Sprache, Worte und Bilder hasserfüllte Kommentare, Beleidigungen und Drohungen verbreiten, als auch an die von Hate Speech Betroffenen.
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KJug 1/2017: Christina Dinar: Flüchtlingsfeindlichkeit im Netz: Wie kann Gegenrede in die pädagogische Praxis übersetzt werden?

Hate Speech richtet sich oftmals gegen bestimmte Personengruppen, z.B. gegen die Gruppe der geflüchteten Menschen, die derzeit in Deutschland Aufnahme finden. Eine Möglichkeit, auf diese gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit zu reagieren ist der sog. Counterspeech, zu Deutsch die Gegenrede.
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KJug 1/2017: Dana Buchzik, Sami Rauscher: Kontern statt schweigen: Die No Hate Speech-Kampagne des Europarats empowert Betroffene von Hass im Netz

Im Rahmen des Bundesprogramms »Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit« des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend wurde Anfang 2016 die Kampagne »No Hate Speech Movement« ins Leben gerufen. Sie soll deutlich machen: Wir sind viele, wir sind laut, wir werden gehört und wir können aktiv werden.
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KJug 1/2017: Anja Puneßen: Hate Speech / Rechtsfragen

Hetze, Hass und Diskriminierung finden immer mehr Verbreitung in Sozialen Netzwerken und Kommentarspalten. Die Übersicht (Stand: Juni 2016) dient der rechtlichen Einordnung. Das dem Beitrag zugrundeliegende Merkblatt der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz (AJS) Landesstelle NRW findet sich unter www.ajs.nrw.de.
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KJug 1/2017: Daniela Piontek, Tessa-Virginia Hannemann: Neue psychoaktive Substanzen – ein Überblick

Designerdrogen breiten sich in Deutschland immer rasanter aus. Die große Vielfalt der verfügbaren Substanzen, deren schnelle Weiterentwicklung und der anonyme Vertrieb über das Internet stellen die Gesetzgebung und die Prävention vor ernst zu nehmende Probleme. Ein wichtiger Schritt ist das »Gesetz zur Bekämpfung der Verbreitung neuer psychoaktiver Stoffe (NpSG)«.
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KJug 1/2017: Malte Mühlsteff: Zur Konstruktion des Flüchtlingsbildes in der lokalen Medienberichterstattung am Beispiel Hamburg

In der Rubrik »Aus der Hochschule« werden wissenschaftliche und praxisorientierte Abschlussarbeiten von Hochschul- und Fachhochschulabsolventinnen und -absolventen vorgestellt. Die Bachelorarbeit zur Erlangung des akademischen Grades Bachelor of Arts an der Universität Vechta wurde durch Prof.’in Dr. Nadia Kutscher betreut und im Sommersemester 2016 abgeschlossen. Forschungsleitende Fragestellung war, welche Flüchtlingsbilder im medialen Diskurs 1) zur ›Hochzeit‹ deutscher Willkommenskultur im Jahr 2015 sowie 2) im Anschluss an die Silvesternacht 2015/16 konstruiert wurden.  (mehr …)

KJug 1/2017: Sigmar Roll: Cybermobbing – Was tun, wenn die Täter immer jünger werden?

Rechtsprechung

In einem Fall von Mobbingattacken zwischen Mitschülern, die über soziale Medien erfolgt sind, hat die Zweite Zivilkammer des Landgerichts Memmingen dem betroffenen 12-Jährigen ein Schmerzensgeld zugesprochen und dem Verursacher für den Fall zukünftiger Wiederholung ein Ordnungsgeld angedroht (Urteil vom 03.02.2015, Az. 21 O 1761/13).
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KJug 1/2017: Carolin Hoch: Straßenjugendliche in Deutschland. Zentrale Ergebnisse der 1. Projektphase

Die aktuelle Studie

Nach wie vor gibt es in Deutschland junge Menschen, die keinen festen Wohnsitz haben und auf der Straße leben bzw. bei Freunden oder in Einrichtungen untergekommen sind. Aufgrund der mangelnden Datengrundlage und dem schweren Feldzugang gibt es bisher jedoch nur wenige Analysen zum Thema. Vor allem die Frage nach der Anzahl an Straßenjugendlichen konnte bisher noch nicht verlässlich beantwortet werden.

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KJug 1/2017: Anja Puneßen: Handykauf & Co. Was dürfen Kinder eigentlich wirklich von ihrem Taschengeld kaufen?

Die Jugendschutzfrage

Es stellt sich häufig die Frage, was dürfen Kinder von ihrem Taschengeld eigenständig kaufen? Wann müssen Eltern dem Geschäft zustimmen? Und, gibt es einen gesetzlich festgeschriebenen »Höchstbetrag «? Im Beitrag werden diese Fragen vor dem Hintergrund des sog. Taschengeldparagraphen (§110 BGB) von einer Juristin beantwortet.

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