KJug 1-2016_Titelblatt

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Ähnlich wie Rechtsextremismus stellen Salafismus und Dschihadismus für junge Menschen eine Gefährdung dar. Für Schule und Jugendhilfe sowie Justiz und Polizei stellen sich damit neue Herausforderungen. Pädagogische Strategien sind gefragt, um mit jungen Menschen vorbeugend zu arbeiten und um denjenigen zu helfen, die abzugleiten drohen oder Unterstützung beim Ausstieg suchen. Radikalisierungsprozesse sind dabei vielschichtig begründet und motiviert. Jugendliche kommen heutzutage mittels medialer Inszenierung über das Internet und soziale Netzwerke schnell und einfach mit salafistischem bzw. dschihadistischem Gedankengut in Kontakt.

Präventionsangebote für radikalisierungsgefährdete oder radikalisierte Jugendlichen erfordern eine praxisorientierte Auseinandersetzung mit den Ursachen und Ausdrucksformen islamistischer Radikalisierung und müssen das Ziel haben, aufzuklären und zu sensibilisieren, um Tendenzen wahrzunehmen und junge Menschen vor Radikalisierung zu schützen. Auf diese Aspekte sowie den großen Forschungsbedarf beim Thema Radikalisierung weisen die Autorin und die Autoren der aktuellen Ausgabe von KJug – Kinder- und Jugendschutz in Wissenschaft und Praxis eindrücklich hin.

 

Aus dem Inhalt:

KJug 1/2016: Glaser, Michaela: Gewaltorientierter Islamismus im Jugendalter. Eine Diskussion vorliegender Erkenntnisse zu Hinwendungsmotiven und Attraktivitätsmomenten für junge Menschen

Gruppierungen des gewaltorientierten Islamismus rekrutieren in Deutschland vor allem unter jungen Menschen. Der Beitrag geht der Frage nach, aus welchen Gründen sich Jugendliche diesen Gruppen anschließen. …
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KJug 1/2016: Glaser, Stefan; Frankenberger, Patrick: Subtile Beeinflussung und offene Aufrufe zu Hass und Gewalt. Erkenntnisse zu Islamismus im Internet aus Jugendschutzsicht

Islamisten nutzen das Internet als zentrale Propagandaplattform. Das militante Spektrum verherrlicht dort den bewaffneten Kampf, ruft zum Dschihad und zur Tötung von »Ungläubigen« auf. Für das nicht gewaltbereite Spektrum ist das Netz vor allem bedeutsam zur Missionierung und Propagierung eines antidemokratischen, antipluralistischen Weltbilds. Menschenfeindliche Äußerungen richten sich beispielsweise gegen moderate Muslime, Nicht-Muslime, Juden oder Homosexuelle. …
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KJug 1/2016: Röll, Franz Josef: Salafismus als Sinnangebot

Der Autor verdeutlicht die Motivstrukturen, die nachvollziehbar machen weshalb vor allem Jugendliche empfänglich sind für die Botschaften des Salafismus. Die Suche nach Sinn ist ein zentrales Bedürfnis von Menschen, daher bedarf es einer Beschäftigung mit der ontologischen Verortung, die wiederum in enger Beziehung steht zur Identitätsbildung. …
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KJug 1/2016: Jan Buschbom: Mit Extremisten reden … Das pädagogische Konzept von Violence Prevention Network

Violence Prevention Network ist ein Verbund erfahrener Fachkräfte, die in der Extremismusprävention sowie der Deradikalisierung extremistisch motivierter Gewalttäter tätig sind. Das Team arbeitet seit 2001 erfolgreich im Bereich der Verringerung von ideologisch motivierten schweren und schwersten Gewalttaten von Jugendlichen. …
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KJug 1/2016: Daniel Hajok: Politischer Extremismus und religiöser Fundamentalismus. Zur Indizierung jugendgefährdender Medien durch die Bundesprüfstelle

Kein Instrument des Jugendmedienschutzes hat in der Geschichte der BRD für so viel Aufsehen gesorgt wie die Indizierung jugendgefährdender Medien durch die Bundesprüfstelle. Am 19. Mai 1954 als Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften (BPjS) gegründet und mit dem am 1. April 2003 in Kraft getretenen Jugendschutzgesetz (JuSchG) in Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) umbenannt, wurden an der Behörde bislang über 21.000 Medien geprüft und …
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KJug 1/2016: Lea Schaffeld: Zur Berücksichtigung des Kindeswohls im Umgang mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in Deutschland

Der Beitrag basiert auf einer Bachelorarbeit, die an der Universität Vechta geschrieben wurde. Im Fokus steht die Berücksichtigung des Kindeswohls im Umgang mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in Deutschland. Vor diesem Hintergrund stand folgende Forschungsfrage mit Mittelpunkt der Arbeit: »Inwiefern wird der Schutz des Kindeswohls im Umgang mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, …
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KJug 1/2016: Sigmar Roll: Jugendschutz an der Grenze von (legalem) religiösem Fanatismus und (illegalem) Extremismus

Die 4. Kammer des Verwaltungsgerichts Bayreuth hat eine behördliche Entscheidung über die Ausweisung eines islamisch-salafistischen Gläubigen aufgehoben, da die vorgeworfenen Ausweisungsgründe nicht bewiesen seien. Im Beitrag wird das Urteil vom 12.02.2015; Aktenz. V ZB 185/14 dargestellt und erläutert.
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