Der Runde Tisch zum »Sexuellen Kindesmissbrauch« hat seine Arbeit im Dezember offiziell beendet, gleichwohl ist und bleibt das Thema aktuell und wird in der (Fach)Öffentlichkeit diskutiert. Kinder und Jugendliche sind aber nicht nur Opfer sexualisierter Gewalt, sie können auch selbst sexuell gewalttätig werden. Sexuell übergriffiges Verhalten von Mädchen und Jungen findet sich an Schulen, Internaten, Heimen und in offenen Einrichtungen der Jugendhilfe. Lehrerinnen und Lehrer sowie Fachkräfte in Einrichtungen müssen sexualisiertes Verhalten von betroffenen Mädchen und Jungen erkennen und einordnen können und gleichzeitig vertrauensvolle Ansprechpartner sein.

Aus dem Inhalt:

KJug 1/2012: Dr. Thea Rau, Prof. Dr. Jörg M. Fegert, Dr. Nina Spröber, Dr. Marc Allroggen: Sexuelle Gewalt unter Kindern und Jugendlichen – ein aktuelles Thema für Wissenschaft und Praxis

Mit sexueller Gewalt unter Kindern und Jugendlichen sehen sich Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, Schulen und Ausbildungsstätten regelmäßig konfrontiert. Dennoch fand das Thema in der Forschung bislang wenig Beachtung. Im Beitrag werden Erscheinungsformen, Entstehungsbedingungen und Prävalenzen von sexueller Gewalt unter Kindern und Jugendlichen auf der Grundlage einer selektiven Literaturrecherche in internationalen Datenbanken dargestellt. Abschließend werden Handlungsbedarfe für Wissenschaft und Praxis abgeleitet. (weiterlesen …)

KJug 1/2012: Verena Klein, Dr. Martin Rettenberger, Prof. Dr. Peer Briken: Das Hamburger Modellprojekt für sexuell auffällige Minderjährige

Das Thema sexuelle Grenzverletzungen durch Minderjährige stößt zunehmend auf Interesse. Die Etablierung des Hamburger Modellprojekts für sexuell auffällige Minderjährige kann als Konsequenz dieser Entwicklung für die Praxis betrachtet werden. Im Rahmen eines Modellprojekts werden tatverdächtige Minderjährige untersucht, die sich des Tatvorwurfs gegen die sexuelle Selbstbestimmung ausgesetzt sehen. (weiterlesen …)

KJug 1/2012: Bernhild Manske-Herlyn: Prävention von sexuellen Übergriffen unter Kindern und Jugendlichen – Orientierungen in einem »Dunkelfeld«

Sexuelle Übergriffe unter Kindern und Jugendlichen erfordern neben einer gezielten Intervention und Hilfe für betroffene Mädchen und Jungen auch verstärkte Anstrengungen in der Prävention. Im Kinder-und Jugendschutz wird das Thema deshalb seit vielen Jahren bereits intensiv bearbeitet. (weiterlesen …)

KJug 1/2012: Andrea Buskotte: »GRENZGEBIETE«: Theater und Fortbildungen gegen sexuelle Übergriffe unter Jugendlichen. Ein Projekt der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen

GRENZGEBIETE ist ein Präventionsprojekt für Jugendarbeit und Schule. Zum Projekt gehören ein Theaterprogramm für Jugendliche zwischen 12 und 13 Jahren bzw. 15 und 16 Jahren, Fortbildungen für Fachkräfte, Informationsveranstaltungen und eine Broschüre. Ziel des Projekts ist es Mädchen und Jungen darin stärken, Grenzen zu erkennen und zu respektieren, sie zu ermutigen, sich bei Grenzüberschreitungen zu wehren und Hilfe zu organisieren. Fachkräften aus Jugendarbeit und Schule sollen Anregungen für die Präventionsarbeit und den Umgang mit Übergriffen vermittelt werden. (weiterlesen …)

KJug 1/2012: Pia Zeiher: ECHT KRASS! Wo hört der Spaß auf? Jugendliche und sexuelle Gewalt – Interaktiver Präventionsparcours für Schule und Jugendhilfe

Seit Oktober 2011 tourt »ECHT KRASS!«, die erste Wanderausstellung im deutschsprachigen Raum zur Prävention von sexueller Gewalt unter Jugendlichen. Das jugendgerechte Konzept und die interaktive Gestaltung des Präventionsparcours bieten umfassende Möglichkeiten, das Thema in Unterricht und Jugendarbeit aufzugreifen. (weiterlesen …)

KJug 1/2012: Sigmar Roll – Recht und Rechtsprechung: Wegsperren für immer – oder von den Abwägungsschwierigkeiten bei der Anordnung von Sicherungsverwahrung für junge Menschen

Der 2. Strafsenat des Oberlandesgerichts Nürnberg hatte über die Rechtmäßigkeit einer vorläufigen Unterbringung im Vorfeld einer nachträglichen Anordnung von Sicherungsverwahrung bei einem mittlerweile 33-Jährigen zu entscheiden und hierbei die durch Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom Mai 2011 vorgegebenen Übergangsregelungen konkret zur Anwendung zu bringen gehabt (Urteil vom 16.08.2011; Aktenz. 2 Ws 365/11).

Leitsätze des Bearbeiters:

1. Bei einer »hochgradigen Gefahr« weiterer Gewalt- oder Sexualverbrechen ist die nachträgliche Anordnung von Sicherungsverwahrung zulässig.

2. Werden durch einen potentiellen Straftäter höchste Rechtsgüter wie Leib und Leben bedroht, liegt eine »hochgradige Gefahr« bereits bei einer mehr als durchschnittlichen Rückfallgefahr vor.

3. Diese Überlegungen gelten auch, wenn die ursprüngliche Verurteilung nach Jugendstrafrecht erfolgt ist. (weiterlesen …)

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